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Bausektor ist ein Haupttreiber für den Klimawandel

Warum ist das Thema Nachhaltiges Bauen wichtig?

Noch wissen viel zu wenige Menschen, dass konventionelles Bauen und eine nicht-nachhaltige Nutzung von Gebäuden weltweit zu gravierenden Problemen für Mensch und Umwelt führen. Der Bausektor ist ein Haupttreiber für den Klimawandel!

Anteil des Bau- und Gebäudesektors am CO2-Ausstoß: ca. 21 % (United Nations Environment Programme 2022)

Anteil des Flugsektors am CO2-Ausstoß: ca. 3,5 % (Lee et al. 2021)

Für 35 bis zu 50 % allen Energieverbrauchs, aller globalen Emissionen, allen Rohstoffverbrauchs und allen Mülls ist der Bausektor verantwortlich. Besonders problematisch ist die vorherrschende Bauweise mit Beton, Stahl und Glas. Bei ihrer Herstellung, einschließlich Gewinnung der Rohmaterialien (Sand, Kalkstein, Eisenerz), sowie beim Transport, wird überwiegend mit fossilen Energien gearbeitet und entsprechend viel Treibhausgas freigesetzt. Allein Zement - das Bindemittel im Beton - ist für rund 7 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich, Tendenz steigend. (United Nations Environment Programme 2022)

Ohne neue Gebäude geht es nicht - ist das klimafreundlich möglich?

Tatsächlich brauchen wir alle ein Dach über dem Kopf. Wohnen, Lernen, Arbeiten, zusammenkommen, sich begegnen — das wollen derzeit 8 Milliarden Menschen auf der Welt. Und das braucht Räume. In Zukunft immer mehr.

Die Weltbevölkerung wächst nach Prognosen der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2050 auf knapp zehn Milliarden Menschen an. Allein in Subsahara Afrika könnte sich die Bevölkerung verdoppeln. (United Nations Department of Economic and Social Affairs, Population Division 2022).

Aufs Bauen lässt sich also nicht verzichten - wie ist das klimafreundlich möglich? In vielen Ländern wird intensiv an klimafreundlichen Baumaterialien und ressourcenschonenden Bauweisen geforscht. Wege hin zu mehr Nachhaltigkeit beim Bauen, Renovieren und Nutzen von Gebäuden sind möglich - werden aber noch viel zu zögerlich konsequent verfolgt.

Diagramm: CO2-Emissionen von Gebäuden 2010–2021 und Anteil von Gebäuden an den globalen energie- und prozessbedingten Emissionen 2021 (37 %)
Bildquelle: United Nations Environment Programme 2022

Wie kann ökologische Nachhaltigkeit bei Gebäuden aussehen?

Bei der ökologischen Nachhaltigkeit von Gebäuden geht es zum einen um die verwendeten Materialien. Herkömmliche Baustoffe wie Stahlbeton, Glas, Aluminium sind sehr CO2-intensiv. Natürliche Baustoffe wie Lehm, Holz, Bambus, aber auch Recycling-Metalle können in bestimmtem Umfang eine Alternative sein. Hinzu kommt, dass bei jeder Planung eines unvermeidlichen Neubaus Bescheidenheit statt Imponiergehabe die Leitlinie sein sollte. Dann lassen sich Materialien sparsamer verwenden und Kreislaufwirtschaft vorbereiten.

Die meisten Emissionen verursacht ein Gebäude in seiner Nutzungsphase. Der größte Teil der CO2-Emissionen des Bausektors gehen auf den Energieverbrauch zurück: Strom, Heizen, Kühlen, Kochen usw. (United Nations Environment Programme 2022). Diese Emissionen können vor allem durch die energetische Sanierung von Gebäuden den Einsatz von klimafreundlicheren Energien (ein Stichwort in Deutschland sind Wärmepumpen) gesenkt werden.

Grafik: Bausektor und Gebäude machen 39 % der globalen energiebedingten Emissionen aus – Bausektor 11 %, Gebäude (öffentlich, gewerblich) 11 %, Wohngebäude 17 %, andere Sektoren 61 %
Bildquelle: MISEREOR e.V. 2019

Was wird getan oder gefordert?

Ein Bewusstseinswandel in der Branche hat begonnen. Bauunternehmen und Zuliefer-Betriebe schreiben sich vermehrt Nachhaltigkeit auf die Fahnen. Getan wird allerdings noch zu wenig. Zum einen haben sich die Prozesse, mit herkömmlichen Materialien zu bauen seit Jahrzehnten gut eingespielt, Bauen mit alternativen Materialien ist oft noch ungewohnt und teurer. Zum anderen hinkt die komplexe Baugesetzgebung in Deutschland, Europa und weltweit den Klimaschutz-Bestimmungen hinterher.

Wo gibt es noch mehr Informationen über Nachhaltiges Bauen und Nutzen von Gebäuden?

Siehe auch unsere Informationen zu: Zement – Stahl - Beton - Sand - Lehm – Holz – sowie Nachhaltiges Bauen im globalen Kontext.

Tipps zum Weiterlesen: www.dgnb.de - globalabc.org - umwelt-im-unterricht.de

Wer ist We-Building e.V.?

We-Building ist ein Zusammenschluss aus internationalen Architekt:innen und Engagierten aus anderen Fachgebieten. Der gemeinnützige Verein unterstützt entwicklungspolitisch aktive Organisationen beim Bau von Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden in Afrika und Lateinamerika. We-Building leistet außerdem Bildungsarbeit rund um Nachhaltiges Bauen im globalen Kontext.

We-Building e.V. schließt sich den Forderungen nach einer Bauwende an, wie sie z.B. von Architects 4 future, Bauhaus Erde oder der Holcim Foundation vertreten werden.

Alle Daten wurden sorgfältig recherchiert. Beim Sichten vieler unterschiedlicher Quellen (IPCC, Global Status Report UN, Misereor, WWF; Statistisches Bundesamt u.a.) haben wir uns um Kongruenz bemüht und uns v. a. auf Zahlen aus dem Jahr 2021 bezogen. We-Building kann aber keine Gewähr für die Exaktheit von einzelnen Prozentangaben übernehmen. Es geht uns in erster Linie darum, die Dimensionen deutlich zu machen.

Stand: Juni 2023 — Nur für Ihre persönliche Nutzung. Bitte geben Sie dieses Infoblatt nicht ohne Rücksprache mit We-Building e.V. weiter. info@we-building.org - www.we-building.org

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